**Radio Irrtum! 2026/04 - Poly Rhythmic Ecstasis**


Sooo. Ich weiß nicht - vielleicht seid Ihr irrtümlich hier, vielleicht auch nicht - auf jeden Fall kommt jetzt.

**[Irrtum Intro]**

Na denn: Herzlich Willkommen liebe Hörer:innen mein Name ist Herr Irrtum! . In der kommenden Stunde gibt es hier neue, verdammt gute, meist undergroundige Musik aus verschiedensten Genres von eher unbekannten Künstler:innen.   
Apropos unbekannt.  
Die folgende französische Musikerin habe ich schon des Öfteren in dieser Sendung gespielt. Und ich werde nicht damit aufhören, bis sie überall und ständig im Radio zu hören ist; denn sie macht exzellente tiefgründige Popmusik, die es verdient, im großen Rahmen bekannt zu sein… hier ist die neue Single von   ↓↓↓

**01. Léonie Pernet: Contre Terre | Contre Terre [S]** 

↑↑↑ Normalerweise bin ich ja allergisch gegen diese Autotune-Ästhetik ständig. Dieses seelenlose Gelalle mit dem wirklich hässlich klingendem Obertonspektrum. 

[Cher] . Ahhh, geht mir weg damit!!

Aber hier passiert was Anderes, Léonie Pernet setzt Autotune als ein Instrument ein, ihre Stimme wird quasi zur Saite einer orientalischen Oud (“uud”) Laute. Damit kann ich gut leben.   
Léonie Pernet selbst ist eine 1989 geborene französiche Multiinstrumentalistin, die sich verdammt gut mit klassichen Kompositionstechniken auskennt, aber das nicht nur innerhalb europhäischer Grenzen, sie arbeitet u.a. auch mit afrikanischen Einflüssen. Sie macht auch viel Film- und Serienmusiken, und sie sitzt beim Cannes Filmfestival in der Jury für den “Queer Palm” Preis. Eine vielseitige wahnsinnig coole Persönlichkeit finde ich.

Und damit sind wir mittendrin in 

[Tellerrand]

Und da erwarten Euch noch

  - offline Musik
  - cluttered Beats
  - super slow Bass mit DnB Elementen
  - Bristol based UK Garage Electro Cross Over
  - fingerdrumming Bass
  - Byte Beat, also Musik aus Mathematik
  - microtonaler Math Punk
  - grungy Postpunk
  - Garage Punk
  - Wohnzimmer-Liedermacherei
  - Lebanon-Wohnzimmerpop

Das dieses Mal übrigens sehr oft mit ungewöhnlichen rhythmischen Mustern. Hat sich irgendwie so ergeben. Und weil uns das nicht reicht, gibt es im Hintergrund das neue Album von **Herrn Kaschke. “Between Sunsets”** heißt es und ist eine großartige Ansammlung von chilligen Wohlfühlbeats höchster Qualität und da hören wir mal für ein paar Sekunden direkt rein.

[Herr Kaschke]

Wir bleiben im Bereich der Pop Musik und da kommt jetzt was sehr Einzigartiges. Ziemlich sicher ist das jetzt eine Radio-Welt-Uraufführung. Denn das, was ihr jetzt zu hören bekommt, gibt es auf keinerlei Streamingdienst, also auch nicht auf [Spotify] aber auch sonst nirgendwo im Internet, also auch nicht auf Bandcamp oder Soundcloud oder sonstwo. Man kann es auch nicht *für Geld* kaufen. Das alles ist eine sehr bewusste Entscheidung des Künstlers.  Hier ist ↓↓↓

**02. Schall und Stille: Walk | Strategies Against Algorithms [A]** 

// Interrupt

Ja, liebe Hörer:innen der Archiv Version. In Absprache mit Stephan Kleinert, dem Menschen hinter Schall und Stille, werde ich das Lied nicht drin lassen. Das Lied kommt von einem so deklarierten Offline Album, insofern hat es im Internet nichts verloren - so auch nicht im öffentlich zugänglichen Radio-Irrtum Archiv. Ich werde dann gleich im offiziellen Teil mehr dazu erzählen. Aber es gibt einen Ersatz:

 Später in der Sendung werde ich nämlich einen Track des in Brasilien lebenden Leipzigers Scott Hühnerkrisp spielen - aber dessen Tracks sind so schön, finde ich, da spielen wir hier in der Archiv-Version einfach noch einen. Der ist noch auf keinem offiziellen Release, den hat er ausschließlich spontan über Social Media freigegeben - hier ist 


**Scott Hühnerkrisp - MITTELALTERSPEKTAKEL BAD DÜBEN**

Soweit für diese Archiv-Version von Radio Irrtum! ↑↑↑ - und jetzt zurück zum offiziellen Teil der tatsächlich ausgestrahlten Sendung.

// Interrupt over

**02. Schall und Stille: Walk | Strategies Against Algorithms [A]** 

↑↑↑ Und dieser Albumtitel ist ernst zu nehmen. Es geht schon mal damit los, dass dieses Album nicht im Internet zu finden ist. So gar nicht. Nicht mal AUF [SPOTIFY] . Nicht mal auf illegalem Weg, will ich zumindest hoffen.  Nicht mal im Archiv dieser Sendung, da werde ich es raus schneiden. Und man kann es nicht bezahlen. Jedenfalls nicht mit Geld. Wie aber kommt man dann heran?

Man muss an Stephan Kleinert, dem Menschen hinter Schall und Stille etwas schicken. Etwas Selbstgefertigtes. Ein Bild. Einen Text. Ein Stück Musik. Es muss nicht perfekt sein - nicht alle haben eine künstlerische Ader. Aber es sollte von Euch sein. Im Gegenzug schickt Euch Stephan Kleinert das Album in Form eines Booklets mit wirklich beeindruckenden Fotos von ihm und einem hölzernen USB Stick (also - das Gehäuse ist aus Holz) mit dem Album drauf. 

Und WAS für ein Album es ist. Dieses Release von Schall und Stille,  “Strategies Against Algorithms”, gehört ohne Untertreibung zum Besten, was ich in Sachen Pop-Musik in den letzten Jahren hören durfte. Klar, es ist stilistisch in den 80ern verwurzelt, ohne aber an irgendeiner Stelle in kitschigen Synth-Wave auszuarten. Und es sind durchaus auch modernere Ansätze zu finden; denn es ist eben auch ein vielschichtiges Werk. Es ist – und noch mal, das sage ich im Vollbesitz meines geistigen Bewusstseins – auf Augenhöhe mit Talk Talks “Spirit of Eden” von 1997 [edit: Yeah, I suck with decades. It came out in 1987!!]. In seinem zurückhaltendem Sounddesign und seiner, ich nenne es mal verletzlichen Intimität, habe ich mich auch an Martin Gores Counterfeit EP von 1989 erinnert gefühlt. 

Also - wenn Ihr das haben wollt, dann findet “Schall und Stille” im Netz, macht etwas selbst - einen Text, ein Bild, ein Musikstück was auch immer,  sendet es an Stephan Kleinert und erhaltet dafür das Album. So habe ich das auch gemacht.

[knabber]

Können wir dieses Niveau in dieser Sendung noch toppen? Nicht wirklich, aber trotzdem wird hier weiterhin richtig gutes Zeugs gespielt, etwa das hier:

**03. Lemzly Dale: Crumbs | Best Before 3.5 [A]** 

↑↑↑ Ein großartiges Beat-Album des Producers, Label-Machers, Graphic-Designers und diehard Wallace & Gromit Fan aus Bristol, was Ihr NICHT auf [Spotify] finden werdet. Das ist was für alle, die auf exzessives Sample-Slice-Shuffeling und die daraus resultierenden komplexeren rhythmischen Strukturen stehen. Das tu ich jedenfalls – und ich hoffe, bei Euch springt dieser Funke von Lemzly Dale ein bisschen über.

Jetzt gibt es den nächsten stilistischen Wechsel – und zwar Richtung

[Bass]

Hier ist ↓↓↓

**04. Oliver Prince: Mana Wave VIP | Dubplate Package 04 [A]** 

 ↑↑↑ wie Lemzly Dale vor ihm ist Oliver Prince auch ein Producer und Label-Macher, nämlich von  Freddy Street Records, aber der kommt nicht aus Bristol in England, der ist in Christchurch in New-Zealand aktiv. Und wie bei Lemzly Dale findet Ihr dieses Album vom Oliver Prince NICHT auf [Spotify]

Wer tatsächlich auch wieder aus Bristol kommt, das ist Sir Hiss. Und den hören wir jetzt zusammen mit Sam Binga mit ↓↓↓ 

**05. Sir Hiss & Sam Binga: ADRL (Coido RMX) | Jus Mek RMX [E]** 

↑↑↑ Was für eine Energie, was für eine zündende Art, Electro mit Bass- und UK-Garage zu verbinden - aber Sir Hiss aus Bristel, macht das schon länger so – und er perfektioniert das mehr und mehr. Eigentlich ist Sam Binga mit dabei, aber das ist ein Rapper und der musste in diesem Remix von Coido dann doch in den Hintergrund treten. Und Coido wiederum, das ist ein äußerst aktiver Broken-Beats-Mann aus London; mit bisschen Glück spiele ich nächste Sendung was von dem. 

Von B to B.

Von Bristol zu Berlin, hier ist ↓↓↓

**06. Mad Zach, Rick Feds: the transfer | the transfer [S] ** 

Wer sagt, dass Bassmusik nicht auch expressiv sein kann? ↑↑↑ 

Ihr könnt das mal auf Youtube suchen, da seht Ihr, wie Rick Feeds den Track weitgehend live spielt auf einem Ableton Push 2 Controller, und zwar mit der Technik des “Finger Drummings”. In Sachen Finger-Drumming, was in der Regel auf einem 8x8 Tastenfeld geschieht, gehört er zu den Besten der Welt.  Ich hab vorhin gesagt, das ist Musik aus Berlin, so einfach ist es aber nicht. Mad Zach stammt zwar aus Berlin, lebt aber meines Wissens in San Francisco, Rick Feds wiederum arbeitet von LA aus; ist aber sehr stark mit dem Berliner Musiksoftware-Unternehmen Ableton verbunden. Das sind also mehr Weltbürger, als das man die beiden irgendwo festpingen könnte.

Und damit sind wir in der Hälfte von dieser Sendung Radio Irrtum! auf

[Alex]

Mein Name ist Herr Irrtum! und wir haben in der nächsten halben Stunde,

  - Musik aus mathematischen Formeln, sogenannten Byte Beat
  - microtonalen MathematikPunk
  - grungy Postpunk
  - Garage Punk
  - Wohnzimmer-Liedermacherei
  - und libanesischen Wohnzimmerpop

Das war jetzt schon ziemlich expressiv und experimentell, aber was jetzt kommt, das hatten wir noch nie. Nämlich Musik aus Matheformeln. Hier ist

**07. Ey Pacha: DawBeat demo 3 | DawBeat demos [Online]** 

Ja, Musik generiert aus mathematischen Formeln, so was gibt es und das hier war ↑↑↑ .

Das nenne ich einfach Demo3 weil Ey Pacha eigentlich eine DAW gebaut hat, eine Digital Audio Workstation, sowas wie Ableton, Cubase oder Bitwig, die im Browser läuft und das Erzeugen und vor allem Arrangieren sogenannter Bytebeat Musik erlaubt. Und das gehörte Stück war schlicht das dritte Demo der beigefügten Musikstücke. Insofern kein Wunder, das findet Ihr NICHT auf [Spotify].

Das Genre ByteBeat gibt es seit 2011. Da hat ein Finne, der unter dem Namen Viznut agiert, als erster Musikstücke veröffentlicht, die sich auf Grundlage einer einzigen mathematischen Formel entfalteten, die dann in einem einzeiligen C Programm eingebettet waren. Diese Formeln bzw. ultrakurzen Algorithmen, wir nennen sie Formulas, arbeiten mit einer Zeitachse T und entwickeln darauf rhythmisch melodische Gebilde, die durchaus komplex werden können.

Ey Pacha’s DawBeat DAW erlaubt jetzt mehrere dieser Formulars wie in einem Video-Editor zu arrangieren und zudem mit einfachen Effekten wie Filtern zu automatisieren. Somit ist es nicht mehr die REINE Bytebeat Lehre, aber der Klangcharakter bleibt erhalten und die Verbindung zwischen Mathematik und Musik auch. 

Ich hab mich mit Ey Patcha per Mail austauschen können und er hat mir ein wunderbares Gleichnis genannt, wie er ByteBeat für sich sieht: Ein musikalisch-digitales Haiku. Und das trifft doch mal den Nagel auf den Kopf.   

Selbstverständlich ist Bytebeat auch für Dinge wie mikrotonale Musik prädestiniert, aber das geht auch - und schon immer - analog; allerdings nicht unbedingt mit herkömmlicher Gitarre und E-bass. Deswegen haben  Khn de Poitrine und Klek de Poitrine diese beiden Instrumente umgebaut. Zusammen sind sie ↓↓↓

**08. Angine de Poitrine: Mata Zyklek | Vol. II [A]** 

↑↑↑ . Das ist gerade ALL THE RAGE in der intellektuellen Musikbubble im Internet. Die sind bei der Alternative Independent Music Gala of Quebec in Kanada 2025 zur Band des Jahres ausgezeichnet worden und haben auf KEXP, diesem berühmten und zudem absolut geschmackssicheren Live-Youtube Format, eine unglaublich bizzarre wie präzise Performance hingelegt. Innerhalb von 2 Jahren sind die so aus dem Nichts zu einer absoluten Kultband geworden, die selbst von renommierten Produzenten als das bezeichnet werden, auf was man Jahrzehnte warten musste.

Das halte ich ja für übertrieben und auch unfair gegenüber anderen Bands, die auch einen solchen Hype verdient hätten. Trotzdem freue ich mich, dass soetwas Abstruses wie Angine de Poitrine jetzt diese Erfolgswelle haben  und das hat meines Erachtens zwei Gründe: Dass sie eben A) ungewöhnlicher Weise vorgeben, mikrotonale Musik in einem diszipinierten Art-Punk-Gewand zu machen (dazu gleich mehr), etwas, was man sonst von Leuten wie John Cage aus dem ernsten Musiklager kannte, und zum anderen B), dass sie in einem sehr bizarren Outfit auftreten: Die ganze Bühne ist in eine Art Halbtonraster getaucht, und auch ihre Outfits sind komplett halbtongerastert, bis in die Fingerspitzen, und wenn sie sich dann auf der halbtongerasterten Bühne bewegen, sieht es aus wie ein lebendes Comic aus den 50ern. Dazu haben sie abartige Kopfbedeckungen - es ist völlig unklar, wo eigentlich Mund, Nase und Augen sind. Das erinnert an Bands wie die Residents, der Plan oder AG Geige.  Wer sich dahinter verbirgt, ist ein Mysterium, und dann braucht es kein Marketing weiter. Mysterium plus sehr strange Musik kann eigentlich nur nach hinten oder nach vorne losgehen. Und hier ist letzteres der Fall. Ich habe vorhin erwähnt, dass sie ihre Instrumente umgebaut haben, um überhaupt damit mikrotonale Musik machen zu können. 

Bass und Gitarre haben bei Angine de Poitrine einfach viel mehr Stege, so dass sie damit bequem beliebige Töne zwischen den Halbtönen spielen können. Aber machen sie das auch? Ich finde, eher nicht, bzw. sehr selten. Wir haben im gehörten Stück zum Beispiel eine Reihe von aufgebrochenen Oktavierungen gehabt, die man wunderbar mit microtonalen Schritten hätte würzen können. Hier: 

[Halbton]

Naja doch. ok ok. Der zweite Ton der Sequenz - dieses da DA da -  wenn wir von C Dur ausgehen, klingt das zunächst wie ein Cis, Aber ich glaube es liegt tatsächlich über dem CIS, also zwischen CIS und D. Es ist also ein Virtelschritt, also ein Microtonaler Schritt.

Ja?

Funfact am Rande: Angine de Poitrine heißt auf deutsch, ok eigentlich lateinisch, Angina pectoris und das ist eine Krankheit, sinngemäß die Brustenge. Wieder was gelernt, hier bei 

[RADiO IRRTUM!]

Aber am Ende zählt bei Musik weniger die Theorie, sondern das, was rüberkommt. Und das beherrschen auch andere Bands gut.

So könnte man denken, was jetzt kommt, kommt von den Beatles, aber nein, das wird gleich ganz anders. Hier sind Leute, die musikenergetisch locker mit Angine de Poitrine mithalten können, hier sind ↓↓↓

**09. Lifeguard: Ultra Violence | Ultra Violence / Appetite [A]** 

↑↑↑ Ja, Ultra Violence ist die erste Single Auskopplung aus diesem Album, zusammen mit dem Stück Appetite. Das erklärt ein bisschen den Titel des Albums, also “Ultra Violence / Appetite”, aber das kommt mir vor wie ein Fehler. Denn das hätte doch eigentlich der Titel der Single sein sollen? Verstehe ich wirklich nicht, aber es ist wie es ist. Lifeguard, das sind 3 Leute aus Chicago, die seit 2019 operieren und sich sehr schnell und sehr zu recht einen guten Namen in der weltweiten Postpunk Scene gemacht haben. Es ist m.E. egal, in welches Album von denen Ihr mal reinhört, die sind allesamt richtig gut!

Jetzt hat hier doch tatsächlich ein Hörer angerufen und sich ein Stück gewünscht. Und da lassen wir ihn mal selbst zu Wort kommen, bitteschön:

[Dieter]  

**10. IRKED: Settle Down                | The Grievance [A]** 

↑↑↑ Irked, das sind 4 Leute aus dem Norden Englands, aus New Castle upon Tyne genaugenommen, und besonders hervorheben möchte ich dabei Helen Walkinshaw am Gesang, die Garage Punk mit klarer linkspolitischer Haltung machen. Die sind gerade der große Hype im britischen Punk, selbst die BBC ist auf sie aufmerksam geworden und… gern - das ist denen absolut zu gönnen.

Das war jetzt aber alles sehr aufregend und wild und da brauchen wir was um runterzu kommen, sowas wie Mittagsschlaf, als wir 3 Jahre alt waren. Und genau das machen wir jetzt mit dem Künstler 

**11. Scott Hühnerkrisp: Mittagsschlaf | Mittagsschlaf [SN]** 

↑↑↑ Und das hat er nur auf Social Networks wie im freien Fediverse veröffentlicht. Insofern werdet Ihr das nicht finden bei… [Spotify]! **Scott Hühnerkrisp **ist ein Leipziger Musiker, der inzwischen in São Luís in Brasilien lebt. Das ist einer dieser versteckten Genies, die hinter den Kulissen bei allen möglichen Projekten mitarbeiten, das aber -selbst- in ihrer vordergründigen Musik nicht zu erkennen geben. Statt dessen hat er ein Faible für musikalische Miniaturen entwickelt, die er mit einem einfachen Casiokeyboard und ein bisschen DAW Voodoo veredelt. Aber er hat eben auch mit dem inzwischen leider verstorbenen *Herbert Feuerstein* eine riesige Kantate geschrieben. Der sagt über die Zusammenarbeit mit ihm: 

> “Meine Sorge war nun, ob es dem Komponisten möglich sein wird, meine Vorstellungen zu übernehmen. Denn dafür muss er [...] ein Komponist sein, der sein Handwerk beherrscht und sich mit den verschiedenen Stilen auskennt. [...] Aber es funktioniert bestens. Er hat [...] wunderbar verstanden, welche Zitate und welchen Musikstil er einsetzen muss. Ich bin geradezu begeistert von der Art, wie meine Texte aufgenommen und behandelt worden sind. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können.” 

Und das ganze wurde dann Feuersteins “Geschichte der Chromusik” und die wurde im Gewandhaus Leipzig uraufgeführt.

Hättet Ihr DAS gedacht? Da seht ihr mal!  

Wie auch immer, wir sind damit am Ende von

**[OMG]  
**So ist das leider. Mein Name ist Herr Irrtum! und Ihr findet mich, die Playlist und das Manuskript zu dieser Sendung im freien Netzwerk Fediverse unter…

@herr_irrtum@s.basspistol.org

Wir haben aber noch einen Track  und der kommt von einer umfangreichen Compilation, deren Erlös den Bombenopfern im Libanon zugute kommt. Die ist wenig überraschend NICHT auf [Spotify]. Die Compilation heißt  “Land 02: A compilation for the displaced in Lebanon” und wir hören daraus die großartige Yasmine Hamdan, hier zusammen mit Oussama Abdelfattah... mit “Ams Ntahayna”. Ich verabschiede mich, machts gut bis zum nächsten Mal vielleicht: Euer Herr Irrtum!

**12. Yasmine Hamdan & Oussama Abdelfattah | امس انتهينا Ams Ntahayna  | Land 02 (أرض ٠٢ ): A compilation for the displaced in Lebanon [VA]**
